03-Sizilien | Tag 01 | Mafiosi, Panda & Dolce Vita
Hallo und schön, euch hier wieder an meinen Reiseerlebnissen teilhaben zu lassen!
Nachdem mich bei der Amsterdam-Reise dann leider doch eher weniger die Lust zum Schreiben ereilt hat (wie das nur sein kann, frage ich mich heute noch ;)), freut es mich umso mehr, jetzt nun die tatsächlich zweite Reise hier niederschreiben zu dürfen.
Also, fangen wir an – wohin geht’s?
Nach längerem Hin und Her überlegen, was und wo Mili und ich denn nun hinfliegen könnten, entschieden wir uns nach etwas Recherche (und Rücksicht auf den Geldbeutel) für Italien, bzw. genauer gesagt: auf die Insel der Mafiosis und des Vulkans – Sizilien.
Die Temperaturen auf der Insel im Mittelmeer sollten Ende Juni noch halbwegs erträglich sein – und das Meer auch schon entsprechend warm. Dazu gutes Essen und guter Wein. Was will man mehr? La dolce vita per eccellenza!
Los geht’s (zu meinem Leidwesen leider sehr früh) um 07:00 Uhr vom Flughafen Wien, und knapp 2 Stunden später landeten wir auf die geplante Minute genau in Catania, einer Stadt im Osten der Insel. Eine kleine Premiere für uns:
Angekommen auf Sizilien suchten wir auch gleich unseren Autovermieter auf und schlossen den Check-in für das Leihauto ab. Wie kann es anders sein – natürlich ganz italienisch ein weißer Fiat Panda. Unsere Pandina <3

Bevor wir uns von unserem netten Sixt-Mitarbeiter verabschiedeten, musste ich ihn natürlich noch fragen, wie man denn hier so fährt auf Sizilien. Er lachte und sagte nur:
„Don’t think, just drive.“
Und was soll ich sagen … ich bin jedenfalls froh, dass ich die Vollkasko-Versicherung ohne Selbstbehalt gewählt habe! Schon ein paar Minuten später wurde Milis und meine Beziehung auf die Probe gestellt.
Das italienische Temperament merkt man auch auf den Straßen deutlich: Straßenschilder, Markierungen, Linien, Ampeln … alles eher als Empfehlungen zu verstehen.
Ich muss gestehen – mir gefällt dieser Fahrstil auf gewisse Art und Weise. Die Leute machen immerhin Platz und fahren nicht unangenehm aggressiv. Mili hat’s – zumindest anfänglich – etwas weniger gefallen ;)
Da unser Hotel doch gute 3 Stunden Fahrtzeit entfernt lag, beschlossen wir, einen kleinen Zwischenstopp im etwa eine Stunde entfernten Ort Militello einzulegen. Diese kleine, charmante Barockstadt soll zu den schönsten Örtchen der Welt zählen. Also: Nichts wie hin!
Die Straßen dorthin?
Ich sag’s mal so: Die Wüstensafari in Dubai war befestigter und weniger holprig als das, was hier auf Sizilien als Straße durchgeht. Aber unsere Pandina ist eben eine echte Italienerin – und spielt ihren Heimvorteil voll aus.
Außerdem: Don’t be gentle, it’s a rental.
In Militello angekommen war ich dann auch sehr froh, ein so kleines Auto zu haben – die Straßen im ersten Wiener Gemeindebezirk sind dagegen wie eine Landebahn. Der Vorteil: Parken scheint hier überall erlaubt zu sein.
Also stellten wir das Auto ab und spazierten durch den Ort auf der Suche nach einem kleinen Café oder Bäcker für ein erstes Frühstück. Doch da kam auch schon das erste Hindernis:
La dolce vita wird hier offenbar sehr ernst genommen. Kaum ein Geschäft (sofern man eines fand) hatte geöffnet – und wenn, fühlten wir uns doch etwas fehl am Platz, da wir den Altersschnitt im Ort spontan um rund 100 Jahre senkten…
Während wir weiter durch die liebliche Stadt mit ihren verwinkelten Gassen und aus Lavasteinen gepflasterten Straßen flanierten, fanden wir schließlich gegenüber einer imposanten Barockkirche ein Café, in dem auch etwa jüngere Leute ihren Kaffee genossen.
Also setzten wir uns – und durften gleich die nächste Hürde nehmen: Englisch ist hier nicht sonderlich verbreitet.
Der junge Kellner bat schließlich einen Freund, für uns zu übersetzen. Doch alle waren sehr freundlich und bemüht – und so kamen wir schlussendlich zu unserem Kaffee. (Auf mein Kipferl warte ich allerdings heute noch.)









Frisch gestärkt machten wir uns wieder auf den Weg zum Auto, um weiter zu unserem Hotel zu fahren. Wir wählten zwar einen etwas längeren Weg, aber dafür einen, der uns einen ersten echten Einblick in die Insel bot. Und was soll ich sagen …
Ich stehe einfach auf diese hügeligen, mediterranen Steppen, die alten Ruinen, die langläufigen Weiden – es war, abgesehen von den Schlaglöchern (die sich gut mit Artilleriekratern messen könnten), einfach ein Traum.
Im italienischen Auto durch Süditalien – mamma mia!



Nach ca. 2,5 Stunden Fahrt erreichten wir endlich unser Ziel:
Unser Hotel bei den beeindruckenden weißen Felstreppen, den Scala dei Turchi – der „Treppe der Türken“.

Schnell die Sachen aufs Zimmer gebracht, suchten wir uns rasch etwas zu essen – der sinkende Zuckerspiegel machte sich langsam bemerkbar (und das kennt man ja …).
Zum Glück wurden wir schnell fündig und konnten die erste echte italienische Pizza bei herrlichem Ausblick genießen.






Frisch gestärkt wollten wir nun noch ein wenig die Umgebung erkunden und marschierten gute 5 Kilometer den Strand entlang – genossen bei untergehender Sonne den warmen Sand und das Meerwasser zwischen den Zehen.
Temperatur? Cosi-cosi…
Das Wasser dürfte stark strömungsabhängig sein – stellenweise wie ein Eisbad, stellenweise wie eine wohltemperierte Badewanne.



Nach unserem ausgiebigen Fußmarsch (und dem anschließenden Erklettern der Felswand zurück zum Hotel), wollten wir den Abend noch ruhig bei einem Glas Wein und vielleicht einem kleinen Snack ausklingen lassen.
Das taten wir auch – wobei ruhig relativ ist. Die Sizilianer, vor allem die jungen, kommen erst nachts so richtig in Fahrt – es wurde also doch Party gemacht!
Mit coolen Trommelbeats und sich schnell wiederholenden Bässen genossen wir unsere Getränke und einen Insalata Tonno con Mozzarella, bevor wir uns schließlich Richtung Hotel zurückzogen.
Es war ein langer, anstrengender, aber gleichzeitig wunderschöner und unvergesslicher erster Tag.
In diesem Sinne: Gute Nacht – und bis morgen!