Dubai / Fazit

01-Dubai | Fazit | Glanz, Gegensätze und Gedanken zum Wüstenmetropolentrip

Dubai – Reflektion und Fazit: Eine Stadt der Extreme, der Farben und Kontraste

Grün, Weiß, Schwarz und Rot – die Farben der Vereinigten Arabischen Emirate (die man im übrigen Häufiger sieht, als das Red Bull-Logo, bei einer Red-Bull-Veranstaltung) und gleichzeitig Symbole für das, was das Land ausmacht: Grün steht für die Landwirtschaft, Weiß für Frieden, Schwarz für das Öl und Rot für die Blutsverwandtschaft. Doch was die Farben symbolisieren, spiegelt sich auch im Charakter der Stadt selbst wider: Dubai ist eine Stadt voller Kontraste, extremer Ambitionen und unglaublicher Geschwindigkeit, die mich zum Staunen, aber auch zum Nachdenken gebracht hat.

Dubai – die Stadt der Extravaganz, des Luxus und des ultimativen „Größer-schneller-höher“-Prinzips. Die Stadt, die offenbar nie schläft und in der das Leben hektisch und doch erstaunlich gut organisiert abläuft. Hier wird klar: Entscheidungen fallen schnell und unabhängig, immer im Wohle der Einheimischen – und irgendwie bewundere ich das. In Dubai gibt es keine Opposition, die Projekte bremst oder ständig alles hinterfragt, was auch dazu führt, dass Dinge tatsächlich umgesetzt werden. Der Scheich hat das Sagen, und das bedeutet: Kein ewiges Debattieren, keine unnötige Bürokratie. Projekte werden beschlossen und dann einfach durchgezogen, und das auch noch mit endlos viel Geld. Die Vergünstigungen und Subventionen für die Einheimischen sind unglaublich – 65 % Rabatt auf alles und großzügige Finanzspritzen zur Hochzeit. In diesem Land wird Toleranz und ein harmonisches Miteinander großgeschrieben, und die Leute halten sich tatsächlich daran. Wenn nicht, bist du ganz einfach weg oder landest für eine schier endlose Zeit im Gefängnis. Ganz ehrlich, wie die Gefängnisse hier aussehen, will ich mir lieber gar nicht vorstellen.

Die Drei-Klassen-Gesellschaft: Ein Luxusleben mit Schattenseiten

Ein Punkt, an den ich mich bis zum Schluss nicht gewöhnen konnte, ist die Drei-Klassen-Gesellschaft. Die erste Klasse – die Einheimischen – werden hier tatsächlich wie Götter behandelt, und das fällt einem sofort auf. Diese Menschen sind überall privilegiert und machen nur einen kleinen Teil der Bevölkerung aus. Die zweite Klasse bilden dann Araber, Europäer, Russen und Chinesen – generell Gruppen, die mehr Geld haben. Die dritte Klasse, das sind dann Pakistaner und Inder, die wie Menschen dritter Klasse behandelt werden. Für mich ist das extrem ungewöhnlich und ehrlich gesagt auch unangenehm. Ein Beispiel: Nach dem Toilettengang wäscht man sich natürlich die Hände, doch in jeder Toilette steht jemand, der den ganzen Tag nur dafür da ist, die Toilette sauber zu halten. Und es geht weiter – dieser Mensch steht sogar direkt neben mir und wartet mit Papierhandtüchern in der Hand, um sie mir zu überreichen. Oder als mir beim Essen ein eingepackter Strohhalm auf den Boden fiel und ich mich bückte, um ihn aufzuheben – da kriegte der Kellner fast einen Herzinfarkt und bat mich, das bloß nicht zu tun. Klar, bedient zu werden ist schön, aber so ein paar Kleinigkeiten kann man doch wohl noch selbst erledigen. Ich weiß, dass diese Leute ein sicher besseres und luxuriöseres Leben haben als in ihrer Heimat, aber trotzdem fühlt es sich für mich einfach nicht richtig an.

Höher, schneller, weiter – und was wird aus der Nachhaltigkeit?

Dubai ist ein Ort, der immer noch mehr und mehr Extreme sucht. Das gefällt mir als technikbegeistertem Menschen eigentlich ganz gut, und die architektonischen Meisterwerke und Sehenswürdigkeiten, die hier in die Höhe ragen, sind wirklich faszinierend. Aber manchmal frage ich mich, wie lange dieser Hype wohl noch halten kann. Überall gibt es Baustellen, und kaum ist ein Gebäude fertig, sucht man schon nach dem nächsten. Auch wenn es mittlerweile viele Elektro- und Hybridautos gibt und Dubai mit einer der größten Solarfarmen der Welt beeindruckt, so kann ich nicht nachvollziehen, warum hier trotzdem so viele fette Autos fahren müssen. Nachhaltigkeit soll zwar großgeschrieben werden, aber ein echter Abschied vom Verbrennungsmotor scheint hier noch in weiter Ferne zu liegen. Allerdings auch wenig verwunderlich in einer Öl-Nation.

Ein Beispiel, das mich wirklich überrascht hat, ist das Riesenrad an der Marina. Das Ding ist defekt und steht seit einer Weile still. Und statt es einfach zu reparieren oder wenigstens sinnvoll zu nutzen, wird daneben einfach ein neues, natürlich größeres Riesenrad gebaut. Verrückt!

Sicherheit und Überwachung – Willkommen im Null-Toleranz-Staat

In Dubai habe ich mich tatsächlich noch nie so sicher gefühlt wie hier. Selbst Mili konnte allein unterwegs sein, ohne dass ich mir Sorgen machen musste. Warum? Weil Dubai auf absolute Null-Toleranz setzt. Wer als Ausländer etwas falsch macht, landet ohne große Diskussion im nächsten Flieger nach Hause – so einfach ist das. Das Prinzip der Abschreckung scheint hier tatsächlich zu funktionieren, und ich frage mich, ob man in manchen Ländern nicht auch etwas davon übernehmen könnte.

Natürlich hat diese Politik auch eine Kehrseite. Die Überwachung in Dubai ist überall präsent. Online-Dienste wie Disney+ sind blockiert, und über WhatsApp telefonieren ist unmöglich, weil die Kommunikation nicht so leicht kontrolliert werden kann. Die Nachrichten werden hier zensiert, und sobald ein Artikel nicht passt, bleibt die Seite einfach leer. Es ist schon komisch, wenn ich meine gewohnten Nachrichten lese und manche Themen plötzlich nicht aufrufbar sind, weil sie blockiert wurden. Diese Stadt ist ein echtes Dilemma zwischen Privatsphäre, Pressefreiheit und Sicherheit – und ganz ehrlich, die Frage, wie viel Freiheit man für Sicherheit aufgeben sollte, beschäftigt mich noch immer.

Freundlichkeit und Geschäftskultur – Die Araber sind echte Geschäftsleute

Die Menschen hier waren unglaublich höflich, hilfsbereit und freundlich. Selten habe ich so viele Menschen getroffen, die einem ihre Dienste anbieten, und klar, auch in der Hoffnung auf ein gutes Trinkgeld. Als europäischer Mittelständler kann man da aber ruhig mal das eine oder andere lockerer sehen. Die Araber sind extrem charmant, zuvorkommend und zuverlässig – zumindest so lange, bis das Geschäft unter Dach und Fach ist. Denn sobald die Unterschrift gesetzt ist, sind sie wieder genauso schnell verschwunden, wie sie gekommen sind. Die Araber sind echte Geschäftsleute, das muss man ihnen lassen.

Kosten, Kosten, Kosten – Das liebe Geld

In den Emiraten wird in Dirham bezahlt, wobei 1 € etwa 4 AED entspricht. Die Preise hier sind alles andere als günstig, zumindest wenn man sich in den typischen Touristengegenden aufhält – was man in Dubai kaum vermeiden kann. Wer in Dubai Urlaub macht und jeden Cent dreimal umdrehen will, der ist hier wahrscheinlich fehl am Platz. Die Versuchungen sind überall, und in einer Stadt, in der selbst Metro-Stationen nach Unternehmen benannt sind (jeder kann sich denken wieso), wird man schnell verführt, hier und da mehr Geld auszugeben als geplant.

Unsere Reise, bestehend aus Flug, Hotel (inkl. Frühstück) und Transfer, kostete für uns beide insgesamt etwa 5.750 €. Davon entfielen 3.025 € auf die Pauschalreise, rund 455 € für Souvenirs (darunter die teuren Fotos und traditionelle Kleidung), 80 € für Transport (Metro und Taxi), 1.380 € für Unterhaltung und Touren und etwa 810 € für Verpflegung. Wir haben uns hier nicht allzu viele Gedanken ums Sparen gemacht, und trotzdem blieben wir mit etwa 2.880 € pro Person knapp unter unserem geplanten Budget.

Mein Fazit?

Dubai ist eine beeindruckende Stadt und eine faszinierende Kultur, die man definitiv einmal erleben sollte. Sie entwickelt sich ständig, und so kann ich mir gut vorstellen, in fünf Jahren nochmal zurückzukommen – vielleicht dann mit Abu Dhabi als Hauptstandort und ein paar Tagesausflügen nach Dubai, um es ein bisschen entspannter anzugehen.

Vielen Dank fürs Lesen und Mitfiebern auf meiner ersten großen Reise! Falls ihr Fragen habt oder weitere Infos wollt, meldet euch gerne – beantworte ich gern bei einem kühlen Getränk!

Liebe Grüße,
Christian

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