Sizilien

03-Sizilien | Tag 03 | Tempelhitze, Windwut & Panini-Liebe

Auch heute starteten wir unseren Tag mit einem gemütlichen Frühstück in unserem Hotel – unter einem Segeldach genüsslich im Freien, von Vögeln und Eidechsen umgeben – und tankten Kalorien, da heute ein etwas anspruchsvolleres Programm am Start war: ein Besuch im Tal der Tempel, dem Valle dei Templi, ca. 20 Minuten von unserer Basis entfernt.

Wir packten also unsere Rucksäcke mit Wasser (leider ist das Trinkwasser auch hier auf der Insel ungenießbar), kleinen Snacks und Sonnenschutz und fuhren mit unserer Pandina los. Die Anreise sollte sich ähnlich hektisch und interessant gestalten wie unsere Reise zum Hotel, und wir merkten ein weiteres Problem in Sizilien: Wir sind es in Österreich gewohnt, dass Google Maps einfach funktioniert. Das tut es hier auch – nur dürfte sich das Kartenmaterial ungefähr auf das Jahr 2000 beziehen. Kreisverkehre, die zumindest optisch seit zehn Jahren existieren, kennt Google hier einfach nicht. Beschilderungen für Sehenswürdigkeiten sind auch eher spärlich gesät und Adressen gibt es irgendwie nicht wirklich. Wir fuhren also mal in die grobe Nähe unseres Ziels und konnten auch schon den ein oder anderen Tempel erkennen – aber wo und wie man in die Anlage kommt, war eine Herausforderung für sich. Schließlich entdeckten wir etwas, das wie der Eingang zu einem Museum aussah – und tatsächlich, das war es auch. Wir gingen also hinein und stellten zu unserer Überraschung fest, dass wir uns zwar in einem Partnermuseum befanden, aber dennoch noch zehn Minuten von unserem eigentlichen Ziel entfernt waren (nicht schlecht bei 20 Minuten Gesamtfahrzeit…).

Nichtsdestotrotz konnten wir dort bereits unsere Karten für die kleine Talwanderung kaufen, und – mal wieder dank Kommunikation mit Händen und Füßen – konnte uns der Museumswart direkt auf Maps die richtige Adresse für einen Parkplatz in der Nähe der Anlage eingeben.

Dort angekommen staunten wir zunächst nicht schlecht: Wieso heißt es eigentlich „Tal“, wenn sich die Tempel auf einem Hügel befinden?! Naja, egal – dann erklimmen wir halt bei 34 Grad in der Mittagshitze einen kleinen sizilianischen Berg. Wie schlimm kann das schon werden 😉
Kurzentschlossen kaufte ich mir noch bei einem der zahlreichen Souvenirshops einen Hut (natürlich inklusive Touristenaufschlag), und auf ging die Erkundungstour.
Das Tal selbst besteht – wer hätte es gedacht – aus mehreren beeindruckenden griechischen Tempelanlagen, die teilweise erstaunlich gut erhalten sind. Man läuft entlang eines lang gezogenen Hügels mit Blick über die Umgebung und wandert von einem alten Steinklumpen zum nächsten. Manche nennen es Archäologie, andere sagen: schön warm hier. Ehrlicherweise ist es aber wirklich beeindruckend – die Tempel stehen da wie aus einem Filmkulissen-Baukasten, nur halt in echt. Und ohne Popcorn. Dafür mit Sonne pur.

Nach ungefähr zehn kurzen Päuschen im Schatten hatten wir dann tatsächlich den Gipfel erreicht und waren stolz, das bei diesen Temperaturen durchgehalten zu haben. Wie immer war der Abstieg zwar leichter, aber die Temperaturen, die hier um etwa 14 Uhr ihren Höchststand erreichen, waren echt alles andere als angenehm. Also dachten wir uns: Zurück ans Meer.

Nach zwei kurzen Zwischenstopps beim Lidl (wo uns das erste Mal ein Italiener mit wunderbarem Deutsch überraschte) und der guten alten Mafiosi-Bank UniCredit fuhren wir schließlich zum Strand von Lido Rossello, welcher auf der anderen Seite der Scala dei Turchi liegt.

Der Strand hier war tatsächlich viel schöner und weitläufiger als unser Hausstrand. Auch das Wassergras (und die damit verbundenen Wasserschlangen) suchte man vergeblich. Aber alles hat bekanntlich seinen Haken – in diesem Fall: der Wind. Und zwar richtig.
Wir hatten uns beim Strandhändler unseres Vertrauens einen Sandschirm besorgt, der natürlich nicht hielt und sich rasch aus dem Staub machte. Gerade noch rechtzeitig eingefangen, flog auf einmal das Strandtuch weg, und unsere Motivation sowie Geduld sanken gegen null. Nachdem wir uns rund eine halbe Stunde angefressen anschwiegen, beschlossen wir schließlich, uns bei der Strandbar ein paar Bruschetta und ein ultra geiles Panino zu holen – die Kombi aus Käse, scharfer Salami, Thunfisch und Mayonnaise kann ich jedem ans Herz legen – und anschließend wieder zurück ins Hotel zu fahren, um es uns dort beim Pool gut gehen zu lassen. Natürlich wieder mit Limoncello-Spritz und Birra.

Als krönenden Abschluss gönnten wir uns am Abend heute einmal das Abendessen im Hotel – natürlich wieder mit einem Insalata di Mare als Vorspeise, Pasta mit Limette, Garnelen und irgendwas für Mili und Schwertfischrouladen, gefüllt mit Pinienkernen und Rosinen, für mich. Für diejenigen (wie mich), die Schwertfisch noch nie probiert haben: Die Konsistenz und der Geschmack erinnern eher an Fleisch (Hendl) als an Fisch. Für Einsteiger also gut zu empfehlen – die Roulade selbst war jedoch aufgrund der reichhaltigen Pinienkernfüllung etwas trocken.

Zu guter Letzt gönnten wir uns noch ein paar weitere Spritz und Cocktails und legten uns dann wieder schlafen. Morgen steht eher ein ruhiger Tag am Strand an – also dürfte der Beitrag etwas kürzer ausfallen 🙂
Bis morgen!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *