Dubai

01-Dubai | Tag 07 | Abschied von Dubai: Ein Tag voller Einblicke und ein Bootstrip bei Sonnenuntergang

Tag 7: Der letzte Tag – eine Tour durch Dubai, ein Abend auf dem Wasser und ein Abschied mit Dialekt

Der letzte Tag unserer Reise brach an, und nach einer etwas erholsameren Nacht begann der Morgen – wie immer – mit einem Frühstück im Hotel. Heute stand unsere letzte große Tour an: eine privat geführte Stadttour durch Dubai und abends eine Bootsfahrt durch die Marina, rund um The Palm bis zum Burj Al Arab.

Ich war froh, dass wir uns diese Tour bis zum Schluss aufgehoben hatten, so konnten wir all die Eindrücke noch einmal aufsaugen und voller Neugier durch die Straßen laufen – auch wenn das in den letzten Tagen einige „unnötige“ Kilometer bedeutete. Aber so erkundet man eine Stadt am besten.

Ein ägyptischer Guide und neue Einsichten in den Islam

Pünktlich um 09:00 Uhr trafen wir unseren Guide, einen sympathischen Ägypter, der uns gleich erzählte, dass er in Kairo Deutsch studiert hatte – sein Name war Mouzof (zumindest glaube ich das, denn mit arabischen Namen tue ich mich noch immer schwer).

Unser erstes Ziel: die Blaue Moschee. Dort angekommen, liehen wir uns die vorgeschriebenen Gewänder aus und traten, ohne Schuhe, ein. Die Moschee war kleiner als die Sheikh Zayed Grand Mosque, aber trotzdem wunderschön. Die Verzierungen an den Decken und Wänden, die Details und Farben – alles wirkte fast surreal. Wir setzten uns an die Seite, und Mouzof begann, uns über den Islam aufzuklären: von Spenden und Opfergaben über die Bedeutung des Ramadan bis zu den Pflichten gegenüber Familie und Eltern. Er erklärte auch, dass das bekannte Zitat „Tod den Ungläubigen“ ursprünglich nur auf bestimmte Händlergruppen gemünzt war, die die ersten Anhänger des Islam verfolgt hatten.

Faszinierend war auch seine Erklärung zur Kleidungsordnung: Die Tradition des Kopftuchs und der verhüllten Kleidung bei Frauen stammt ursprünglich aus der Zeit, als Sklavenhändler Frauen entführten. Frauen mussten sich vollständig bedecken, um sich zu schützen. Später, als die Sklaverei endete, lockerten sich die Regeln, und nun können viele islamische Frauen selbst entscheiden, ob sie eine Burka, ein Kopftuch oder weniger tragen möchten. Auch Männer sind übrigens verpflichtet, sich bedeckt zu kleiden: Mindestens von der Taille bis zu den Knien, um ihre Partner zu respektieren. Obwohl ich bekennender Atheist bin, war ich von diesen Erklärungen wirklich beeindruckt und hatte das Gefühl, einen tieferen Einblick in die Kultur zu gewinnen.

Eine besonders spannende Erkenntnis für uns: Die Tradition des Kopftuchs bei Frauen soll auf die Jungfrau Maria zurückgehen, die auf jeder Darstellung mit Kopftuch abgebildet ist. „Habt ihr jemals ein Bild der Jungfrau Maria ohne Kopftuch gesehen?“ fragte uns Mouzof. Und tatsächlich – wir mussten verneinen.

Ein Bazar mit Venedig-Flair und ein Hauch von „Old Dubai“

Der nächste Stopp war ein Einkaufszentrum, das mehr wie ein Bazar wirkte, durchzogen von kleinen Kanälen wie in Venedig. Ein bisschen verrückt, aber eben typisch Dubai! Von hier aus konnten wir erstmals das Burj Al Arab sehen, das höchste Hotel der Welt, wo ein Whisky schon mal 25.000 € kosten kann – serviert in einem Goldkessel, den man immerhin mitnehmen darf.

Danach ging es weiter in das „neue Old Dubai“, ein Stadtviertel im alten Stil mit engen Gassen, traditionellen Bauten und Bazarhändlern. Ich war hin- und hergerissen: Einerseits faszinierend, andererseits etwas anstrengend, ständig von allen Seiten angesprochen zu werden. Mili musste mich ein paar Mal daran erinnern, dass ich nicht bei jedem Händler „no thank you“ sagen musste, aber irgendwie tat mir das einfach leid.

Schließlich setzten wir mit einem kleinen Holzboot, das wir als VIPs für uns allein hatten, über den Creek, der „zwei Brüder“ von Dubai trennt – daher der Name „Dubai“: „Do“ für zwei und „Bai“ für Bruder. Ursprünglich war Dubai nur eine kleine Raststation für Kamelkarawanen auf der Route zwischen Abu Dhabi und Sharjah. Wer hätte gedacht, dass es einmal die Stadt der Superlative werden würde?

Interessant auch: Die Bevölkerung Dubais besteht fast vollständig aus Ausländern. Rund 35 % der Einwohner sind Inder, 20 % Pakistani, und die restlichen 45 % setzen sich aus rund 188 Nationalitäten zusammen. Ein echter Schmelztiegel!

Gewürze, Gold und eine gechillte Katze

Auf der anderen Seite erwartete uns der Gewürzmarkt. Die Düfte waren beeindruckend, die Auswahl überwältigend, aber die Kauflust war mittlerweile verflogen – wir hatten einfach schon alles. Der anschließende Besuch auf der „Goldstraße“ setzte allem die Krone auf. Geschäfte voller Gold, riesige Schmuckstücke und sogar der größte Goldring der Welt im Schaufenster. Mein persönliches Highlight? Eine gechillte Katze, die ihre Kätzchen säugte – das war wirklich mal eine Abwechslung zu all dem Luxus.

Letzte Einblicke: Der Dubai Frame und die Geschichten des Scheichs

Unser Fahrer holte uns ab, und wir legten noch einen kurzen Zwischenstopp beim Dubai Frame ein – einem riesigen Bilderrahmen, der das moderne Dubai auf der einen und das alte Dubai auf der anderen Seite zeigt. Leider blieb nur Zeit für ein paar Fotos, aber der Frame steht auf der Liste für den nächsten Besuch.

Auf der Fahrt zur Dubai Marina gab uns unser Guide noch einige interessante Dubai-Fakten mit auf den Weg: In Dubai sind Autokennzeichen echte Statussymbole. Ein vierstelliges Kennzeichen kostet etwa 50.000 €, ein dreistelliges schon 500.000 €, und die zweistelligen kosten zwischen zwei und sechs Millionen Euro. Das Kennzeichen Nummer 1? Natürlich hat das der Scheich.

Insgesamt sind etwa 850.000 Fahrzeuge auf den Straßen Dubais unterwegs. Der Großteil davon sind japanische Autos, da sie für die Hitze und die hohen Ansprüche hier besser ausgelegt sind. Und obwohl Autos günstiger sind als bei uns (ein VW Passat kostet hier etwa 28.000 €), sind die Standards für die Klimaanlage und das Hitze-Handling höher. Das gilt übrigens auch für Handys und Tablets – hier verkauft man Modelle mit spezieller Kühlung, um die Geräte vor der Wüstenhitze zu schützen.

Dubai hat zwar nur 4 % der Erdölreserven der VAE, aber seine drei Hauptpfeiler – Beweglichkeit, Nachhaltigkeit und Möglichkeiten – treiben die Stadt an. Die Vision des Scheichs: „Wir dürfen nicht auf die Zukunft warten. Wir bauen die Zukunft mit eigenen Händen – und zwar jetzt.“ Ein gutes Beispiel dafür ist die längste autonome Bahnstrecke der Welt, die Red Line Metro, die erst 2021 auf 70 km erweitert wurde.

Einheimische bekommen übrigens auf alles (!) 65 % Rabatt und zu 100 % einen Job. Das nenne ich mal „Lebenslotteriegewinn“!

Ein letzter Burger und die Bootsfahrt bei Sonnenuntergang

Hungrig angekommen, machten wir eine kurze Essenspause an der Dubai Marina. Für Mili gab es einen Burger mit Beef Bacon, für mich eine Fischplatte – leider frittiert, aber dennoch lecker. Frisch gestärkt erkundeten wir noch ein wenig die Marina, doch die Sonne und Hitze drückten unsere Erkundungsreichweite dann doch etwas.

Pünktlich um 18:00 Uhr startete unsere Bootstour, zunächst gemächlich durch die Marina. Am Ende gab der Kapitän Gas, und wir rauschten über die Wellen. Unser erster Stopp war das berühmte Atlantis Hotel auf The Palm. Die Präsidentensuite kostet 18.000 € pro Nacht, mit einer Mindestbuchung von drei Nächten – und die Eröffnungsfeier war mit Beyoncé und einem Feuerwerk für 45 Millionen Euro auch nicht gerade günstig.

Anschließend fuhren wir weiter zum Burj Al Arab und bewunderten die Skyline im Lichtermeer. Der Sonnenuntergang tauchte alles in ein warmes Orange, und die Lichter der Stadt wirkten beinahe magisch. Zumindest für mich – Mili hatte leider noch ihre Sonnenbrille auf. 😅

Abschied nehmen – und ein bisschen Heimweh im Taxi

Wieder zurück im Hotel, packten wir unsere Sachen und machten uns frisch für den Heimflug. Um 21:45 holte uns ein Taxi ab, und ich staunte nicht schlecht, als uns der Fahrer erzählte, dass wir noch eine Familie mitnehmen müssten. Ich erwartete Schlimmes, doch zur Überraschung war es eine nette Familie aus Innsbruck! Endlich mal wieder ein vertrauter Dialekt!

Dank des üblichen Verkehrs erreichten wir den Flughafen gegen halb zwölf und erledigten die Check-in-Formalitäten. Bei der Passkontrolle kam diesmal die hochmoderne Gesichtserkennung zum Einsatz, und ich riss sicherheitshalber direkt beim ersten Versuch die Augen richtig auf.

Nach einem letzten Spaziergang durch die Duty-Free-Shops gönnten wir uns noch ein arabisches McDonald’s. Bis auf die Süß-Sauer-Soße schmeckte alles wie daheim – perfekt, wenn der Hunger ruft. Um 2:55 Uhr starteten wir schließlich, und nach 6 Stunden und ein paar (für manche spürbaren) Turbulenzen landeten wir um 6:10 Uhr pünktlich in Wien.

Damit endet unsere Dubai-Reise – eine faszinierende, eindrucksvolle und vor allem teure Woche, die ich auf keinen Fall missen möchte. Vielleicht gibt’s bald eine ausführlichere Reflexion und Zusammenfassung. Also, bis bald!

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